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Das neue Gesetz zur Maklerprovision - 2020

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung im Juni 2020 das „Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser“ abschließend gebilligt. Kurz danach wurde es im Bundesgesetzblatt verkündet & tritt mit einer Übergangsfrist von sechs Monaten am 23. Dezember 2020 in Kraft.

Das neue Gesetz zur Maklerprovision aus 2020 sieht vor, dass sich Käufer und Verkäufer einer Immobilie bundesweit einheitlich die Courtage hälftig teilen. Mit dieser Regelung sind beide Parteien somit gleichermaßen an den Kosten für die Provision beteiligt.

 

 

Wer musste bisher zahlen?

In den meisten Bundesländern wurde die Maklerprovision bereits vor der neuen Gesetzeslage geteilt. Allerdings gab es bis dato keine verbindliche Regelung darüber. In den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Hamburg, Bremen und Hessen haben bisg´her sogar die Käufer die gesamte Provision gezahlt, also 7,14 % des Kaufpreises.

 

Ausnahmeregelung: Wann wird die Provision nicht geteilt?

Auch wenn die Teilung zur Maklerprovision grundsätzlich bundesweit gilt und die 50/50 Variante der Regelfall sein wird, existieren Ausnahmen:

  • Der Verkäufer kann die Courtage als reine Innenprovision übernehmen, wenn er dies explizit möchte.
  • Der Käufer erteilt einen provisionspflichtigen Suchauftrag und zahlt die reine Außenprovision. Dies gilt aber nur bei einem Kaufobjekt, welches der Makler noch nicht im Bestand hatte und explizit für den Käufer akquiriert hat.
  • Unbebaute Grundstücke und Mehrfamilienhäuser sind von der neuen Regelung ausgenommen.

 

Gibt es Vorgaben zur Höhe der Maklerprovision?

Die Höhe der Maklergebühren ist nicht gedeckelt: Verkäufer und Käufer müssen also nicht etwa jeweils drei Prozent zuzüglich Mehrwertsteuer zahlen. Der Makler kann mit dem Verkäufer ebenso eine Provision von z.B. Zwei Prozent oder vier Prozent vereinbaren, das ist Verhandlungssache. Die Provision für den Käufer muss dann jedoch genauso hoch ausfallen.

 

Vorteile des neuen Gesetzes: mehr Seriosität und Fairness

Vor allem Immobilienkäufer werden so bei den Erwerbsnebenkosten entlastet.
Anbieter die ihre Maklerdienste für eine Partei umsonst anbieten, können sich auf Dauer nicht am Markt halten. Denn nur wer  gleichermaßen im Interesse von Käufer und Verkäufer agiert, setzt sich als professioneller Dienstleister am Markt durch.

Manche Käufer befürchten durch das neue Gesetz, dass Immobilienverkäufer künftig ihren Anteil auf den Verkaufspreis draufschlagen. Da können wir Sie beruhigen: Als erfahrene Immobilienmakler wissen wir, dass sich ein zu hoher Kaufpreis negativ auf die Vermarktung auswirkt. Je länger eine Immobilie auf dem Markt angeboten wird, desto mehr sinkt deren Wert in den Augen potenzieller Käufer.

 

 

 

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